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Minnelea Feigenmarmelade im offenen Glas zum Frühstück

Feigenmarmelade Rezept: Feigenkonfitüre selber machen wie im Cilento

Reife Feigen ergeben eine der feinsten Konfitüren überhaupt: samtig, natürlich süß und vielseitig. Feigenmarmelade selber zu machen ist einfacher als bei fast jeder anderen Frucht — Feigen haben viel Zucker und wenig Säure, was das Kochen unkompliziert macht, aber genau deshalb beim Gelieren die eine Regel verlangt, an der die meisten scheitern. Hier steht das Grundrezept so, wie es im Cilento gemacht wird, dazu die Zuckerfrage, sechs Varianten und die Antworten auf das, was beim ersten Mal schiefgeht.

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Erst die Begriffe: Marmelade oder Konfitüre?

Streng genommen ist das, was hier entsteht, eine Feigenkonfitüre. Nach EU-Recht darf sich nur ein Aufstrich aus Zitrusfrüchten "Marmelade" nennen; alles andere aus Fruchtstücken ist Konfitüre, und Gelee ist die durchgesiebte Variante ohne Fruchtstücke. Im Alltag sagt in Deutschland trotzdem fast jeder Marmelade — deshalb steht es auch in diesem Text so. Auf dem Etikett eines gekauften Glases muss aber Konfitüre stehen, und "Konfitüre extra" bedeutet zusätzlich einen höheren Fruchtanteil. Die ganze Systematik steht in unserem Guide Marmelade, Konfitüre und Gelee: Unterschiede erklärt.

Das Grundrezept — für etwa 4 Gläser à 220 g

Zutaten:

  • 1 kg reife Feigen (Nettogewicht, bereits geputzt)
  • 300–500 g Zucker oder Gelierzucker — die Menge hängt davon ab, welchen du nimmst (siehe unten)
  • Saft einer halben bis ganzen Zitrone
  • optional: 1 Vanilleschote oder ein Zweig Rosmarin

Zubereitung:

  1. Feigen putzen. Stielansatz abschneiden, waschen, trocken tupfen. Schälen ist Geschmackssache: Mit Schale wird die Konfitüre dunkler und aromatischer, ohne Schale feiner und heller. Bei dünnschaligen reifen Früchten lohnt das Schälen nicht.
  2. Klein schneiden und mit Zucker und Zitronensaft mischen. Dann mindestens 2 Stunden ziehen lassen, gern über Nacht im Kühlschrank. In dieser Zeit zieht der Zucker den Saft aus der Frucht — das ist kein optionaler Schritt, sondern der Grund, warum die Konfitüre später Fruchtstücke hat statt Mus.
  3. Aufkochen und dann bei mittlerer Hitze offen einkochen, 30–40 Minuten, regelmäßig umrühren und den Schaum abschöpfen. Feigen setzen leicht an: ein schwerer Topfboden ist hier wirklich besser.
  4. Gelierprobe machen (siehe unten), bevor du abfüllst.
  5. Heiß in sterilisierte Gläser füllen, bis knapp unter den Rand, sofort verschließen. Gläser vorher 10 Minuten bei 100 °C im Backofen oder in kochendem Wasser sterilisieren, Deckel mit auskochen.
  6. Nicht auf den Kopf stellen. Der alte Trick soll den Deckel sterilisieren, drückt aber heiße Fruchtsäure gegen die Deckeldichtung und kann sie angreifen. Aufrecht stehen lassen und abkühlen — das hörbare "Plopp" beim ersten Öffnen kommt trotzdem.

Die Zuckerfrage: 1:1, 2:1, 3:1 oder gar kein Gelierzucker

Hier entscheidet sich, wie die Konfitüre wird — und hier steckt der Grund, warum Feigen anders behandelt werden müssen als Beeren.

  • Gelierzucker 1:1 (1 kg Zucker auf 1 kg Frucht): geliert sicher, hält lange, ist aber für Feigen fast immer zu süß. Die Frucht verschwindet hinter dem Zucker.
  • Gelierzucker 2:1 (500 g auf 1 kg): der beste Kompromiss für Feigen. Fruchtig, geliert zuverlässig, hält ungeöffnet gut ein Jahr.
  • Gelierzucker 3:1 (333 g auf 1 kg): sehr fruchtig, aber weicher und deutlich kürzer haltbar — nach dem Öffnen zügig aufbrauchen.
  • Normaler Zucker ohne Pektin: geht, verlangt aber längeres Kochen (45–60 Minuten) und mehr Zitronensaft. Das Ergebnis wird eher eine dickflüssige, karamellig-tiefe Fruchtmasse als eine feste Konfitüre — bei Feigen ist genau das oft die schönere Variante.

Warum Feigen Säure brauchen. Pektin geliert nur bei niedrigem pH-Wert. Feigen haben von Natur aus fast keine Säure — deshalb ist der Zitronensaft hier keine Geschmacksdeko, sondern das, was das Gelieren überhaupt möglich macht. Bei sehr reifen Früchten ruhig den Saft einer ganzen Zitrone nehmen.

Ohne Gelierzucker funktioniert es mit einem säuerlichen Apfel: einen geriebenen Apfel mitkochen bringt eigenes Pektin und Säure mit. Was beim vollständigen Zuckerverzicht wirklich passiert — und was dann für die Haltbarkeit gilt — steht in Marmelade ohne Zucker: was wirklich funktioniert.

Die Gelierprobe — und was tun, wenn sie nicht fest wird

Einen Teelöffel auf einen Teller geben, der im Gefrierfach lag. Nach einer Minute mit dem Finger durchziehen: Bleibt eine Spur stehen, ist die Konfitüre fertig. Verläuft sie, weiterkochen und nach fünf Minuten erneut testen.

Bleibt sie flüssig? Drei Gegenmittel, in dieser Reihenfolge: mehr Zitronensaft (fast immer fehlt Säure), fünf Minuten länger kochen, und erst zuletzt Pektin nachlegen. Zu lange kochen ist der häufigste Fehler in die andere Richtung — die Konfitüre wird dann zäh und schmeckt karamellisiert statt nach Frucht.

Und wenn sie zu fest ist? Zurück in den Topf, mit einem Schuss Wasser oder Orangensaft aufkochen, neu abfüllen. Geht immer.

Frische, grüne oder getrocknete Feigen

Reife blaue oder weiße Feigen sind der Normalfall: weich auf Druck, die Haut leicht eingerissen, süßer Geruch. Wir arbeiten mit den weißen Feigen aus dem Cilento — die Sorte, die dort seit Generationen getrocknet und eingekocht wird.

Grüne, unreife Feigen sind eine eigene Spezialität, kein Notbehelf. Sie werden mehrfach in Wasser blanchiert, um die Bitterstoffe zu ziehen, dann in Sirup eingekocht — das Ergebnis ist bissfest und leicht herb, klassisch mit Zitrone und Gewürznelke. Rechne mit einem Tag Vorbereitung, nicht mit einer Stunde.

Getrocknete Feigen ergeben eine dunkle, sehr intensive Konfitüre. 500 g getrocknete Feigen in 700 ml Wasser oder Weißwein über Nacht einweichen, dann mit dem Einweichwasser und 250 g Zucker kochen. Diese Variante braucht keine Saison und funktioniert im Januar genauso wie im August.

Sechs Varianten, die den Unterschied machen

  • Feigenmarmelade mit Rotwein: 150 ml kräftigen Rotwein statt eines Teils der Flüssigkeit, dazu eine Zimtstange. Die erwachsene Version — passt zu Käse, nicht aufs Frühstücksbrot.
  • Mit Walnüssen: 80 g grob gehackte Walnüsse in den letzten fünf Minuten unterrühren. Vorher rösten, sonst werden sie in der Konfitüre weich.
  • Mit Orange: Saft und abgeriebene Schale einer unbehandelten Orange. Die Säure, die den Feigen fehlt, plus Aroma — die einfachste Verbesserung überhaupt.
  • Mit Ingwer: ein daumengroßes Stück fein gerieben. Schärfe gegen die Süße, überraschend gut zu gebratenem Fleisch.
  • Feige und Apfel oder Birne: 700 g Feigen, 300 g Apfel oder Birne. Das Kernobst bringt Pektin mit, die Konfitüre geliert von selbst — die beste Variante für alle, die keinen Gelierzucker verwenden wollen.
  • Feige und Zwetschge oder Brombeere: für Farbe und Säure, im Spätsommer, wenn ohnehin alles gleichzeitig reif ist.

Ein Rosmarinzweig, ein Lorbeerblatt oder ein Löffel Balsamico — mitgekocht und vor dem Abfüllen entfernt — machen aus der Konfitüre eine, die neben dem Käse steht statt neben der Butter.

Feigenmarmelade im Thermomix

Geht gut, mit zwei Einschränkungen. 800 g Feigen 5 Sekunden auf Stufe 5 zerkleinern (nicht länger, sonst wird es Püree), 400 g Gelierzucker 2:1 und den Zitronensaft dazu, dann 25 Minuten / 100 °C / Stufe 1 mit dem Garkörbchen statt des Messbechers — der Dampf muss entweichen können, sonst kocht nichts ein, sondern es wird nur heiß.

Die Einschränkungen: Im Mixtopf passen maximal etwa 1 kg Frucht, und die Konfitüre wird gleichmäßiger, aber weniger stückig als im Topf. Wer Fruchtstücke will, gibt ein Drittel der Feigen erst in den letzten fünf Minuten dazu.

Haltbarkeit und Aufbewahrung

Sauber abgefüllt und ungeöffnet hält Feigenkonfitüre 12 Monate (bei 3:1 eher 6–8), dunkel und kühl gelagert. Nach dem Öffnen: Kühlschrank, und immer einen sauberen Löffel — die häufigste Ursache für Schimmel ist nicht das Rezept, sondern der Löffel, der schon im Joghurt war.

Angeschimmelte Konfitüre wird nicht abgeschöpft, sondern weggeworfen: Schimmelfäden ziehen sich unsichtbar durch das ganze Glas. Alles zur richtigen Lagerung steht in Handgemachte Marmelade aufbewahren.

Wozu passt Feigenmarmelade?

Zu reifem Käse ist sie ein Klassiker — Pecorino, Blauschimmel, ein gereifter Ziegenkäse. Auf dem Frühstücksbrot, in Joghurt, als Füllung für Crostata oder Mürbeteigplätzchen, und als Löffel neben gebratenem Fleisch oder Ofengemüse. Welche Konfitüre zu welchem Käse passt, steht in Marmelade mit Käse kombinieren; für die Weinbegleitung gibt es den Pairing-Guide.

Häufige Fragen

Muss ich Feigen schälen?
Nein. Mit Schale wird die Konfitüre dunkler und aromatischer. Nur bei dickschaligen oder nicht ganz reifen Früchten lohnt es sich.

Wie viel Zucker brauche ich wirklich?
Mit Gelierzucker 2:1 sind 500 g auf 1 kg Frucht die sichere Bank. Weniger geht, kostet aber Haltbarkeit — und verlangt mehr Säure.

Warum wird meine Feigenmarmelade nicht fest?
Fast immer fehlende Säure. Feigen haben kaum eigene, und Pektin geliert ohne Säure nicht. Zitronensaft nachgeben und kurz aufkochen.

Kann ich Feigenmarmelade einfrieren?
Ja, in kleinen Portionen, bis zu 6 Monate. Sinnvoll vor allem bei zuckerarmen Varianten, die sonst nicht lange halten.

Wie viele Gläser ergibt 1 kg Feigen?
Etwa vier Gläser à 220 g, je nach Kochzeit und Zuckermenge.

Welche Feigen sind die besten?
Vollreife, weiche Früchte mit leicht eingerissener Haut. Feigen reifen nach der Ernte nicht mehr nennenswert nach — harte Ware bleibt hart.

Wenn du den Geschmack ohne den Nachmittag am Herd willst: unsere Confettura Extra di Fichi wird aus weißen Feigen aus dem Cilento in kleinen Chargen gekocht, mit hohem Fruchtanteil und ohne Konservierungsstoffe. Was ein gutes Glas ausmacht und wann sich Selbermachen wirklich rechnet, steht in Feigenmarmelade: selber machen oder kaufen. Und das Grundwissen zu allen Sorten sammelt unsere komplette Anleitung zum Marmelade selber machen.

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