Pesto rosso Rezept: Tomatenpesto aus getrockneten Tomaten selber machen — und die Fertig-Alternative
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Pesto rosso – das rote Pesto oder Tomatenpesto – ist der herzhafte Bruder des grünen Pesto alla genovese: Statt Basilikum stehen getrocknete Tomaten im Zentrum, dazu Olivenöl, Käse und Nüsse. Es ist intensiver, süßlicher, tiefer – und eines der vielseitigsten Dinge, die man im Vorrat haben kann.
Der häufigste Fehler beim Selbermachen: alles auf einmal in den Mixer und so lange laufen lassen, bis eine glatte Creme entsteht. Dann trennt sich das Öl, der Käse wird durch die Wärme der Messer klebrig, und von den Nüssen bleibt kein Biss. Gutes Pesto rosso wird in zwei Stufen gemixt und darf Struktur behalten. Hier ist das Rezept – und die ehrliche Abkürzung.
Pesto rosso Rezept: die Zutaten für ein Glas (etwa 300 g)
- 150 g getrocknete Tomaten in Öl, abgetropft – das ist der Inhalt eines 200-g-Glases
- 50 g Pinienkerne oder geschälte Mandeln
- 40 g Pecorino oder Parmigiano, frisch gerieben
- 1 kleine Knoblauchzehe
- 80–100 ml natives Olivenöl extra, davon 2–3 EL aus dem Tomatenglas
- 6–8 Blätter Basilikum, schwarzer Pfeffer
- Salz nur nach dem Probieren
Zubereitung in 4 Schritten (10 Minuten)
- Rösten. Pinienkerne oder Mandeln in einer Pfanne ohne Fett 3–4 Minuten goldgelb rösten und vollständig abkühlen lassen – warm gemixt werden sie ölig.
- Grob mixen. Tomaten, Nüsse, Knoblauch und Käse im Blitzhacker in kurzen Stößen grob zerkleinern.
- Emulgieren. Das Öl in dünnem Strahl zugießen und nur so lange weitermixen, bis eine streichfähige Paste entsteht. Kleine Stücke dürfen bleiben.
- Abschmecken. Basilikum unterrühren oder kurz mitmixen, pfeffern, probieren. Salz braucht es meistens nicht: Getrocknete Tomaten und Pecorino bringen genug mit. Wer es säuerlicher mag, gibt einen Spritzer Zitrone dazu.
In ein sauberes Glas füllen und die Oberfläche mit einem Löffel Öl bedecken.
Tomatenpesto mit frischen Tomaten: das Pesto alla trapanese
Nur mit frischen Tomaten wird es kein Pesto rosso: Frische Tomaten bestehen zum größten Teil aus Wasser, das Pesto wird flüssig und hält nicht. Es gibt aber ein eigenes Original dafür – das pesto alla trapanese aus Westsizilien, roh aus frischen Tomaten, Mandeln, Basilikum, Knoblauch und Pecorino. Für 4 Portionen Pasta:
- 300 g reife Kirsch- oder Datteltomaten
- 50 g geschälte Mandeln (roh oder leicht geröstet)
- 1 Bund Basilikum (etwa 20 g Blätter)
- 1 Knoblauchzehe
- 40 g Pecorino, gerieben
- 60 ml natives Olivenöl extra, Salz, Pfeffer
Mandeln und Knoblauch fein mahlen, Basilikum und Tomaten dazugeben und kurz zu einer groben Sauce mixen, Pecorino und Öl unterrühren. Es wird am selben Tag gegessen und klassisch mit Busiate oder Spaghetti serviert. Wer die Intensität des roten Pesto will, bleibt bei getrockneten Tomaten.
Die Fertig-Alternative: Paté aus getrockneten Tomaten
Wer keinen Mixer anwerfen will, greift zu unserem Paté aus getrockneten Tomaten. Es ist die Basis eines Pesto rosso, fertig im Glas: 65 % sonnengetrocknete Tomaten, 33 % natives Olivenöl extra, dazu nur Knoblauch, Kapern und Salz, ohne Konservierungsstoffe. Käse und Nüsse enthält es nicht – deshalb ist es vegan. Wer Pesto-Charakter möchte, rührt pro 100 g Paté 1 EL geriebenen Parmigiano und einen Löffel geröstete Pinienkerne unter.
Die ehrliche Rechnung
Selbst gemacht mit einem Glas unserer getrockneten Tomaten in Öl (7,90 €) bekommst du etwa 300 g Pesto. Die teuerste Zutat daneben sind die Pinienkerne; Mandeln sind günstiger und in Süditalien genauso üblich. Das Paté kostet 7,90 € für 200 g, ist sofort fertig und hält sich ungeöffnet lange im Vorratsschrank. Selber machen lohnt sich, wenn du Zeit hast und das Pesto innerhalb von vier, fünf Tagen aufbrauchst; das Glas lohnt sich als Vorrat für die Abende, an denen es schnell gehen muss.
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Welche Form wofür besser passt, erklärt Getrocknete Tomaten ganz oder als Paté; den Vergleich mit der milden Creme aus Kürbis findest du in Kürbiscreme oder Tomaten-Paté.
6 Verwendungen für Pesto rosso
- Auf Pasta: 2 EL pro Portion mit etwas Nudelwasser cremig rühren – das schnellste Pastagericht, das es gibt.
- Auf Bruschetta: aufs geröstete Brot, mit Mozzarella oder Burrata. Mehr: Bruschetta: Original und Varianten.
- Als Dip: mit Frischkäse verrührt – drei Versionen stehen im Rezept Dip mit getrockneten Tomaten.
- Aufs Brot: ohne Käse und Nüsse wird daraus ein Tomatenaufstrich.
- Auf Pizza: als Basis statt Tomatensauce, mit Stracciatella – wie in der Pizza bianca.
- Unter Käse: im Raclette-Pfännchen oder im Toast.
Pesto rosso Ersatz: was stattdessen?
- Paté aus getrockneten Tomaten: der direkteste Ersatz, pur oder mit etwas Parmigiano.
- Getrocknete Tomaten in Öl: fein gehackt mit einem Löffel ihres Öls – für Pasta und Brot reicht das.
- Tomatenmark: im Notfall 1 EL Tomatenmark in 2 EL Olivenöl kurz anrösten, mit Parmigiano unter die Pasta – kein Pesto, aber in die richtige Richtung.
- Grünes Pesto: geht geschmacklich in eine andere Richtung, frisch und krautig statt süß-herzhaft.
Rot oder grün – wann welches Pesto?
Grünes Pesto (Genovese) ist frisch und krautig, ideal zu Trofie und Gnocchi; rotes Pesto ist herzhaft-süß, ideal zu kurzer Pasta, Brot und Käse. Wie man gutes rotes Pesto im Regal erkennt, steht in Rotes Pesto: was es ist und woran man gutes erkennt.
Die ganzen Tomaten für das Rezept oben:
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Häufige Fragen
Was gehört in Tomatenpesto?
Getrocknete Tomaten, Nüsse (Pinienkerne oder Mandeln), Hartkäse (Pecorino oder Parmigiano), Knoblauch und Olivenöl, oft etwas Basilikum. Manche Rezepte ergänzen Tomatenmark oder Chili.
Ist Pesto rosso vegan?
Die klassische Rezeptur enthält Käse; ohne Käse, eventuell mit etwas mehr Nüssen oder Hefeflocken, wird es vegan. Bei Fertigprodukten die Zutatenliste prüfen – unser Paté aus Tomaten, Olivenöl, Knoblauch, Kapern und Salz ist rein pflanzlich.
Wie lange hält selbst gemachtes Pesto rosso?
Im Kühlschrank, in einem sauberen Glas und mit Öl bedeckt, 4–5 Tage. Nach jeder Entnahme die Oberfläche glatt streichen und wieder mit Öl bedecken. Portionsweise eingefroren hält es etwa drei Monate. Das Pesto alla trapanese mit frischen Tomaten am selben Tag essen.
Kann man Pesto rosso ohne Nüsse machen?
Ja. Dann etwas mehr Käse nehmen oder 1–2 EL Semmelbrösel, damit es Bindung bekommt; alternativ Sonnenblumenkerne.
Was ist der Unterschied zwischen Pesto rosso und Tomatensugo?
Pesto rosso ist eine kalte, dichte Paste aus getrockneten Tomaten; Sugo ist eine gekochte Sauce aus frischen oder passierten Tomaten. Mehr zur Saucen-Landkarte: die 7 Familien italienischer Saucen.
Alles andere aus derselben Küche: Feinkost aus Italien, in kleinen Chargen hergestellt.





