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Pomodori secchi sott'olio EVO Minnelea del Cilento

Gedörrte Tomaten: Die Geschichte einer mediterranen Köstlichkeit von Pompeji bis heute

Die getrocknete Tomate ist eine der mediterransten Zutaten überhaupt – und doch gehört sie in der italienischen Kochgeschichte zu den jüngsten. Die Tomate kam erst im 16. Jahrhundert nach Europa, nach der Entdeckung Amerikas, und wurde fast drei Jahrhunderte lang nur als Zierpflanze oder gar als giftig verschrien. Die Praxis, sie zur Haltbarmachung in der Sonne zu trocknen, ist noch jünger: Sie setzte sich zwischen dem 19. und frühen 20. Jahrhundert in Süditalien durch – als praktische Antwort auf das Problem, eine üppige Sommerernte überdauern zu lassen.

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Dieser Artikel rekonstruiert die Geschichte der italienischen Sonnentomate: Wie die Technik entstand, warum sie sich gerade im Süden Italiens etablierte, was sich zwischen traditioneller und industrieller Trocknung unterscheidet – und warum heute eine neue Generation kleiner Manufakturen Gläser auf den Tisch bringt, die wirklich von Tradition erzählen.

Die Tomate kommt spät nach Europa

Die Tomate (Solanum lycopersicum) stammt aus den peruanischen Anden und wurde von den Azteken unter dem Namen tomatl angebaut. Nach 1500 erreicht sie mit spanischen Schiffen Europa, doch im gesamten 16. und teilweise 17. Jahrhundert bleibt sie Gartenpflanze – verdächtig, giftig, da zur Familie der Nachtschattengewächse zugehörig wie Belladonna und Alraun.

Die ersten, die sie ins Kochgeschirr stecken, sind Bauern im Süden Italiens, besonders in Kampanien und Sizilien, wo das heiße, trockene Klima ihr gedeihen lässt. Die erste dokumentierte kulinarische Erwähnung findet sich 1692 in einem neapolitanischen Kochbuch, das bereits von einer „spanischen Tomatens salsa“ spricht.

Von dort aus schleicht sich die Tomate langsam in die italienische Küche: zunächst als gelegentliches Gewürz, dann als strukturgebendes Element von Pasta, Pizza, Sugo. Die wahre Revolution kommt im 19. Jahrhundert, als man sie ernsthaft für die Wintermonate einzumachen beginnt.

Sonnetrocknung: eine alte Technik für eine neue Frucht

Das Trocknen von Obst und Gemüse in der Sonne ist so alt wie die mediterrane Landwirtschaft selbst. Feigen, Trauben, Tomaten, Paprika, Auberginen – alles, was im Sommer wuchs, wurde mit Sonne, Luft und einer Prise Salz für den Winter konserviert.

Als die Tomate in die süditalienische Speisekammer einzieht, wird die Sonnentrocknung zu einer der verbreitetsten natürlichen Haltbarmachungen. Die Logik war pragmatisch: Ende August reiften die Tomaten in Massen, der Winter kam, man musste sie überstehen lassen. Halbiert, leicht gesalzen, auf Holzgestellen oder flachen Flächen in der Sonne ausgebreitet, tagelang dem Wasserverlust überlassen. Eine einfache Arbeit, aber anspruchsvoll: Bei Regen gingen sie verloren, bei zu viel Sonne wurden sie ledrig, bei zu wenig Salz schimmeltig.

So getrocknete Tomaten kamen in Glas- Gläser oder Tonkrüge, mitunter unter einen Schleier extra native Olivenöls, mitunter trocken. Sie dienten den ganzen Winter: als Pasta-Sauce, zum Anreichern von Hülsen-Suppen, als Antipasto mit Brot und Öl, als Beilage zu winterlichen Fleischgerichten.

Die Tradition des Cilento: Tomaten, Sonne und Gestelle

Im Cilento ist die Tradition der Sonnentomaten alt und allgegenwärtig. Das Gebiet bietet ideale Bedingungen: langer, trockener Sommer, intensives Licht, kleinbäuerliche Kultur, hausliche Konservierungskultur über Generationen.

Die klassische cilentanische Methode ist einfach: Die Tomaten werden vollreif geerntet, halbiert, leicht gesalzen, auf Holzgestellen (die „cannizzi“) in sonniger Lage ausgebreitet. Hand werden sie ein- bis zweimal vorsichtig gewendet, um gleichmäßige Trocknung zu gewährleisten. Unter optimalen Bedingungen dauert es 5 bis 10 Tage, bis eine Tomate vollständig getrocknet ist – etwa 90 % ihres Ausgangsgewichts an Wasser verloren, konzentriert an Zucker, Mineralien, Aroma.

Die traditionelle cilentanische Sonnentomate zeichnet sich durch drei Merkmale aus: intensive rote Farbe, konzentriertes Aroma, das an die reifste Sommertomate erinnert, weiche, aber nicht gummiartige Konsistenz. Fertig wird sie in natives Olivenöl extra konserviert – häufig aus derselben Tenuta – mitunter verfeinert durch Kapern, Knoblauch, ein Lorbeerblatt, eine Prise Salz.

Was sich mit industrieller Trocknung ändert

Die moderne Konservenindustrie, geboren in den 1950er-60er-Jahren, hat auch die getrocknete Tomate verändert. Die industrielle Produktion folgt anderen Logiken als die häusliche.

Die Standard-Industrietrocknung nutzt Heißluft-Tunnel: Die Tomaten durchlaufen einen Luftstrom von 60-80 °C über 8-24 Stunden, kontrolliert und vorhersagbar Wasser verlierend. Das Verfahren ist wesentlich schneller (1 Tag gegenüber 5-10 bei Sonnentrocknung), wiederholbar, wetterunabhängig – doch mit drei technischen Konsequenzen.

Erstens: Aromaverlust. Die flüchtigen Aromastoffe der reifen Tomate (Ester, Terpene) zerstreuen bei künstlicher Hitze schneller als bei Sonne. Die industriell getrocknete Tomate wirkt aromatisch flacher, „neutraler“.

Zweitens: Farbwechsel. Hohe Temperaturen beschleunigen den Abbau des Lycopins (des roten Farbstoffs) und lenken die Farbe ins Braun-Orange. Zur Kompensation greift die Industrie zu Zusatzstoffen.

Dasselbe Prinzip steckt in unseren Sugos aus dem Cilento: Tomaten, natives Olivenöl extra, sonst fast nichts.

Drittens: übertriebene Gleichförmigkeit. Sonnentomaten haben von Hälfte zu Hälfte unterschiedliche Konsistenzen – mal weicher, mal trockener. Industrietomaten sind alle gleich. Ein kommerzieller Vorteil, aber dem Produkt wird der Charakter genommen.

Die Tomaten unter Öl: wie man eine gute Konserve macht

Sobald die Tomaten getrocknet sind, gilt es, sie zu konservieren. Die klassische Form ist das Einlegen in natives Olivenöl extra. Eine gute Konserve folgt einigen Regeln.

Kurze Zutatenliste. Sonnentomaten, natives Olivenöl extra, mitunter Kapern, Knoblauch, Salz, Aromen (Lorbeer, Oregano). Stop. Keine Konservierungsstoffe, keine Säuerungsmittel, keine Industriearomen.

Tomaten ganz oder halbiert, nicht zerkleinert. Die Struktur der getrockneten Tomate muss erhalten bleiben: In hochwertigen Gläsern erkennst du echte Tomaten, kein Püree.

Überstäendes Öl. Das Öl ist nicht nur Konservierungsmittel, sondern Teil des Rezepts. Es hält die Tomaten weich, bewahrt ihr Aroma, und wenn das Glas leer ist, wird es selbst zum wertvollen Condimento für Pasta, Bruschetta, Salate.

Unsere Sonnentomaten unter Öl EVO folgen genau dieser Logik: am Sonnen gestellt auf Holzgestellen, in natives Olivenöl eingelegt, mit Kapern, Knoblauch und einer Prise Salz. Fünf Zutaten, nichts weiter.

Sonnentomaten unter Öl in der Küche: vier Lieblingsanwendungen

Die eingelegte Sonnentomate ist eine der vielseitigsten Zutaten der mediterranen Speisekammer. Vier Hauptanwendungen.

Antipasto. Auf einem Holzbrett neben Aufschnitt, reifem Käse, Oliven, Taralli. Zimmertemperiert servieren, mit ein paar Kapern aus dem Glas.

Pasta-Condimento. In Streifen geschnitten, kurz in der Pfanne mit etwas ihres eigenen Öls anschwitzen, dann mit der Pasta mantecieren. Pur oder mit schwarzen Oliven, Kapern, Petersilie.

Topping für Bruschetta und Focaccia. Auf geröstetem Hausmacherbrot, mit einem Schuss natives Öl und einer Prise Pfeffer.

Beilage zu gegrilltem Fleisch. Eine Handvoll Sonnentomaten neben Hähnchenbrust oder Steak gibt Frische und Kontrast zum Teller.

FAQ

Sind Sonnentomaten italienisch?
Die Technik der Tomatentrocknung ist besonders im Süden Italiens verbreitet, existiert aber auch in Spanien, Griechenland, der Türkei und Südfrankreich. Jedes mediterrane Land pflegt seine Tradition mit kleinen Varianten.

Kann man Sonnentomaten ohne vorheriges Einweichen essen?
Die unter Öl eingelegten Tomaten sind durch das Öl bereits „rehydriert“: Sie können direkt verzehrt werden. Trockene Sonnentomaten sollten vor Gebrauch in lauwarmem Wasser oder Essig eingeweicht werden.

Was ist der Unterschied zwischen semi-dry und fully-dry?
„Semi-dry“ verlieren nur Teil ihres Wassers und bleiben saftiger (oft kühl gelagert). „Fully-dry“ verlieren fast alles Wasser und sind bei Raumtemperatur haltbar, meist unter Öl.

Kann man Sonnentomaten selbst machen?
Ja, theoretisch – in der Sonne oder im Haus-Trockner. Doch für Qualitätsergebnisse braucht es sehr reife Tomaten, günstige Wetterbedingungen und gute Prozess-Kontrolle. Vielen ist es lieber, ein gutes handwerkliches Glas zu kaufen.

Kann man das Öl aus dem Glas verwenden?
Ja, es ist sogar ein Vorteil. Das Öl nimmt das Tomaten-, Knoblauch- und Aromasaroma auf und wird nach dem Leeren des Glases zu einem vorzüglichen Condimento für Pasta, Bruschetta, Salate.


Wenn du eine Sonnentomate so schmecken willst, wie sie im Cilento schon immer gemacht wurde, beginne mit unseren Sonnentomaten unter Öl EVO: sonnengetrocknet auf Holzgestellen, konserviert in natives Olivenöl extra, mit Kapern und Knoblauch. Fünf Zutaten, nichts weiter.

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