Extra-Konfitüren: Was sich ab 2026 ändert und warum das Wort „extra“ jetzt mehr wert ist
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„Extra-Konfitüre“ ist kein werbliches Schmuckwort: Es ist eine gesetzlich definierte Kategorie, und ab dem 14. Juni 2026 bedeutet sie etwas anderes als zuvor. Wer beim Kauf von Konfitüren die Etiketten liest, sollte die wichtigste Änderung der letzten zwanzig Jahre kennen — und fast niemand hat sie bisher aus der Perspektive des Kunden vor dem Regal erklärt.
Was „extra“ auf dem Etikett bedeutet
Der Unterschied zwischen Konfitüre und Extra-Konfitüre hat nichts mit Geschmack, wahrgenommener Qualität oder Preis zu tun. Er betrifft nur eine messbare Größe: wie viel Obst darin enthalten ist.
Bis zum 13. Juni 2026 galten in der EU folgende Grenzwerte: 350 g Obst pro kg Endprodukt für einfache Konfitüre, 450 g/kg für Extra-Konfitüre. Ab dem 14. Juni 2026, mit Inkrafttreten der EU-Richtlinie 2024/1438, steigen beide Werte an:
- Konfitüre: von 350 auf 450 g/kg (45 g Obst je 100 g Produkt)
- Extra-Konfitüre: von 450 auf 500 g/kg (50 g Obst je 100 g Produkt)
Übersetzt: Das heutige gesetzliche Minimum für eine normale Konfitüre entspricht dem, was bis gestern noch für die Bezeichnung „extra“ ausreichte. Die Messlatte wurde für alle angehoben.
Die zweite Neuerung: Woher das Obst kommt
Ab demselben Datum ändert sich auch die Herkunftsangabe. Bisher genügte die allgemeine Formel „EU / Nicht-EU“ — eine Angabe, die praktisch nichts aussagte. Jetzt müssen die Ursprungsländer des Obstes auf dem Etikett in absteigender Reihenfolge nach Gewicht angegeben werden.
Das ist die Änderung, die die größte praktische Auswirkung auf die Kaufentscheidung haben wird, denn sie macht einen Unterschied sichtbar, der bisher unsichtbar war: Ein Produkt mit Obst aus einem einzigen Land und ein Produkt aus zusammengewürfelten Chargen von vier verschiedenen Kontinenten lassen sich heute am Etikett unterscheiden.
Warum „extra“ allein noch nicht genug ist
Aber Vorsicht: Die Bezeichnung sollte nicht als absolute Garantie missverstanden werden. „Extra“ bleibt eine Mindestschwelle, kein Ziel: Ein Produkt mit 50 g Obst auf 100 g und eines mit 130 g tragen beide dasselbe Wort auf dem Etikett — und sind doch grundverschieden.
Darüber hinaus sagt die Kategorie „extra“ zwei Dinge überhaupt nicht aus:
- Welche Art von Obst verwendet wurde. Frisches Saisonobst und halbverarbeitetes Fruchtpüree werden bei der Berechnung gleich gewichtet.
- Was sonst noch drin ist. Zugesetzte Pektine, Säureregulatoren und Aromen sind mit der Bezeichnung „extra“ durchaus vereinbar.
Deshalb ist die entscheidende Zahl nicht das Wort, sondern der angegebene Fruchtanteil, der immer auf dem Etikett neben der Bezeichnung steht. Das ist die ehrlichste Information, die der Hersteller zur Verfügung stellt.
Im Shop findest du dieselbe Machart als handgemachte Konfitüre, in kleinen Chargen eingekocht.
Wie man ein Glas in dreißig Sekunden liest
- Bezeichnung: „Extra-Konfitüre aus...“ sagt, dass Sie über 50 g/100 g liegen. „Konfitüre aus...“, dass Sie zwischen 45 und 50 g liegen.
- Fruchtanteil: Die wahre Zahl. Über 100 g auf 100 g Endprodukt bedeutet, dass das Wasser beim Kochen verdampft ist und mehr Obst eingegangen ist als das Endgewicht ausmacht.
- Zutatenliste: Wenn nach Obst und Zucker eine dritte Zeile folgt, sollte man sich fragen, warum.
- Ursprung: Ab Juni 2026 steht er auf dem Etikett. Ein einziges Land ist ein gutes Zeichen für eine kurze Wertschöpfungskette.
Wer die ausführliche Version dieser Kriterien mit den häufigsten Fehlern sucht, findet sie in unserem praktischen Leitfaden zur Erkennung einer hochwertigen Konfitüre. Zum Verhältnis von Zucker und Obst lesen Sie wie viel Zucker wirklich in eine Marmelade gehört.
Achtung: Auch das Wort „Marmelade“ ändert sich
Dieselbe Richtlinie betrifft einen Punkt, der in Italien seit jeher für Verwirrung sorgt. Historisch war der Begriff „Marmelade“ gesetzlich auf Zitrusprodukte beschränkt; die neue Regelung erweitert seine Verwendung auf EU-Ebene, mit der Pflicht zur Kennzeichnung bei Zitrusfrüchten. Das wird vor allem auf den deutschsprachigen Märkten spürbare Auswirkungen haben, wo die beiden Begriffe bisher gegenteilig verwendet wurden. Im Detail erklären wir das im Artikel über Marmelade, Konfitüre und Composta.
Wo unsere Extra-Konfitüren stehen
Die Konfitüren von Minnelea deklarieren auf dem Etikett 66 bis 130 g Obst auf 100 g Endprodukt, je nach Sorte: alle über der neuen Schwelle von 50 g, einige mehr als doppelt so viel. Die Zutatenliste umfasst drei Positionen — Obst, Rohrohrzucker, Zitronensaft — ohne zugesetzte Pektine, Konservierungsstoffe oder Farbstoffe, und das Vakuumgaren unter 60°C dient genau dazu, das Glas ohne Verdickungsmittel verschließen zu können.
Zur Herkunft: Italienisches Obst, aus einem einzigen Gebiet. Das ist der Teil des neuen Etiketts, der für uns kaum etwas ändert — denn so war es schon immer.
Sorte für Sorte können Sie das in unseren handgemachten Konfitüren und Marmeladen im Katalog nachprüfen.
Häufige Fragen
Sind Konfitüren, die vor dem 14. Juni 2026 hergestellt wurden, noch verkäuflich? Ja. Bereits in Verkehr gebrachte Produkte mit der bisherigen Kennzeichnung dürfen bis zum Ausverkauf vertrieben werden, also wird man eine Zeit lang beide Varianten im Regal finden. Der Unterschied lässt sich an der Herkunftsangabe erkennen.
Bedeutet Extra-Konfitüre ohne Konservierungsstoffe? Nein, das sind zwei verschiedene Dinge. Die Kategorie „extra“ betrifft nur den Fruchtgehalt. Die Abwesenheit von Konservierungsstoffen muss in der Zutatenliste geprüft werden.
Warum geben manche Konfitüren mehr als 100 g Obst auf 100 g Produkt an? Weil beim Kochen das Wasser aus dem Obst verdampft: Um 100 g fertige Konfitüre zu erhalten, braucht man mehr als 100 g Ausgangsobst. Das ist ein Maß für die Konzentration und wird auf das eingesetzte Obst berechnet.
Alles andere aus derselben Küche: Feinkost aus Italien, in kleinen Chargen hergestellt.



