Hildabrötchen Rezept: das badische Weihnachtsplätzchen mit Zitrone und Konfitüre
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Hildabrötchen sind gefüllte Mürbeteigplätzchen aus Baden: zwei ausgestochene Plätzchen, das obere mit Loch, zusammengesetzt mit Konfitüre und mit Puderzucker bestäubt. Typisch ist der Zitronenabrieb im Teig. Du brauchst 300 g Mehl, 200 g Butter, 100 g Zucker, ein Ei und eine Zitrone; gebacken wird 8 bis 10 Minuten bei 175 °C. Das Rezept ergibt etwa 30 Doppelplätzchen.
Von Carmine Rizzo, Gründer von Minnelea – wir kochen Konfitüren, Sugo und Gemüse in Öl in kleinen Chargen selbst. Veröffentlicht am 14.10.2026, zuletzt aktualisiert am 14.10.2026.
Was sind Hildabrötchen?
Hildabrötchen sind ein traditionelles Weihnachtsplätzchen aus Baden. Vom Aufbau her sind sie Verwandte der Spitzbuben: zwei Plätzchen, ein Loch, Konfitüre dazwischen. Was sie unterscheidet, ist die frische Zitronennote im Teig und oft ein gewellter Rand. In vielen badischen Familien gehören sie zu den ersten Sorten, die im Advent gebacken werden, weil sie in der Dose mit jedem Tag besser werden.
Woher kommt der Name Hildabrötchen?
Der Name geht auf Hilda von Nassau zurück, die letzte Großherzogin von Baden. Sie war die Frau von Großherzog Friedrich II., der von 1907 bis 1918 regierte, und in der Bevölkerung sehr beliebt. Nach ihr wurden Schulen, Straßen und Einrichtungen benannt – und eben auch dieses Plätzchen. Wer Hildabrötchen backt, backt also ein Stück badischer Geschichte; in anderen Regionen kennt man fast dasselbe Gebäck als Spitzbuben oder Linzer Augen.
Welche Zutaten braucht man für Hildabrötchen?
| Zutat | Menge |
|---|---|
| Weizenmehl (Type 405) | 300 g |
| Kalte Butter | 200 g |
| Zucker | 100 g |
| Ei | 1 Stück (Größe M) |
| Abrieb einer unbehandelten Zitrone | 1 Stück |
| Vanillezucker | 1 Päckchen |
| Salz | 1 Prise |
| Konfitüre zum Füllen | 200 g |
| Puderzucker | zum Bestäuben |
Wie macht man Hildabrötchen? Schritt für Schritt
- Teig kneten: Mehl, Zucker, Vanillezucker, Zitronenabrieb und Salz mischen. Butter in Würfeln und das Ei dazugeben und rasch zu einem glatten Teig verarbeiten.
- Kühlen: Den Teig in Folie mindestens eine Stunde in den Kühlschrank legen. Er lässt sich auch am Vortag vorbereiten.
- Ausrollen und ausstechen: Zwischen Backpapier 3 mm dünn ausrollen und Plätzchen mit gewelltem Rand von etwa 5 cm ausstechen. Bei der Hälfte ein Loch oder drei kleine Löcher ausstechen.
- Backen: Bei 175 °C Ober- und Unterhitze 8 bis 10 Minuten backen, bis die Plätzchen hell bleiben und nur am Rand Farbe bekommen.
- Bestäuben: Die Oberteile mit Loch nach dem Auskühlen mit Puderzucker bestäuben.
- Füllen: Die Konfitüre erwärmen und glatt rühren, auf die Böden streichen, die Oberteile daraufsetzen und leicht andrücken.
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Zitrone im Teig, Zitrone in der Füllung
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Welche Füllung passt zu Hildabrötchen?
Klassisch werden Hildabrötchen mit rotem Johannisbeergelee gefüllt, dessen Säure gut zur Zitrone im Teig passt. Drei Alternativen, die genauso gut halten:
- Aprikose: goldgelb, fruchtig, mit 70 g Frucht pro 100 g – die häufigste Variante nach Johannisbeere.
- Zitronenmarmelade: doppelte Zitrone, leicht herb, für alle, die es weniger süß mögen. Nach EU-Recht darf übrigens nur ein Aufstrich aus Zitrusfrüchten offiziell Marmelade heißen.
- Waldfrüchte: dunkelrot und säuerlich, am nächsten am Original.
Unsere Konfitüren und Marmeladen werden unter Vakuum bei 55 °C gekocht, damit Farbe und Aroma der Frucht erhalten bleiben. Vor dem Füllen kurz erwärmen: Dann lässt sich die Füllung dünn verstreichen und zieht beim Abkühlen wieder fest an.
Wie gelingen Hildabrötchen besonders gut?
Hildabrötchen gelingen am besten, wenn Teig und Plätzchen immer kühl bleiben und gleichmäßig dünn sind. Fünf Tipps aus der Plätzchenküche:
- Nur die äußere Schale reiben: Das Weiße unter der Zitronenschale schmeckt bitter. Eine feine Reibe nehmen und nur die gelbe Schicht abreiben.
- Teig portionsweise ausrollen: Immer nur ein Viertel aus dem Kühlschrank holen, den Rest kalt lassen. Warmer Teig reißt beim Ausstechen.
- Bleche nach Größe sortieren: Böden und Oberteile auf getrennte Bleche legen, weil die Oberteile mit Loch schneller fertig sind.
- Auf dem Blech abkühlen lassen: Frisch gebacken sind die Plätzchen weich und brechen leicht. Nach fünf Minuten lassen sie sich sicher abheben.
- Erst am Tag danach probieren: Direkt nach dem Füllen sind Hildabrötchen noch knusprig, nach einem Tag in der Dose werden sie mürbe und zart.
Was ist der Unterschied zwischen Hildabrötchen und Spitzbuben?
Hildabrötchen und Spitzbuben sind fast gleich aufgebaut. Hildabrötchen haben Zitronenabrieb im Teig, werden oft mit Ei statt nur Eigelb gemacht und häufig mit gewelltem Rand ausgestochen. Spitzbuben stammen aus der Schweiz und dem süddeutschen Raum, ihr Teig ist neutraler. Kleine Kugeln mit Mulde statt ausgestochener Plätzchen sind dagegen Engelsaugen.
Wie lange halten Hildabrötchen?
In einer Blechdose halten Hildabrötchen zwei bis drei Wochen. Nach ein paar Tagen werden sie mürber, weil der Teig etwas Feuchtigkeit aus der Füllung aufnimmt. Lagen mit Backpapier trennen und die Dose kühl lagern. Als Geschenk sehen sie in einer Dose mit Pergamentpapier besonders schön aus, am besten zusammen mit dem Glas, aus dem sie gefüllt wurden.
Häufige Fragen zu Hildabrötchen
Warum heißen Hildabrötchen so?
Sie sind nach Hilda von Nassau benannt, der letzten Großherzogin von Baden. Das Plätzchen gehört bis heute zu den bekanntesten Weihnachtsklassikern der Region.
Welche Marmelade nimmt man für Hildabrötchen?
Klassisch Johannisbeergelee, sehr beliebt sind auch Aprikosenkonfitüre und Zitronenmarmelade.
Wie viele Hildabrötchen ergibt das Rezept?
Bei 5 cm Durchmesser etwa 30 gefüllte Doppelplätzchen.
Kann man Hildabrötchen vorbereiten?
Ja. Der Teig hält im Kühlschrank zwei Tage, eingefroren drei Monate. Die gebackenen Böden lassen sich ungefüllt einige Wochen lagern und kurz vor Weihnachten füllen.
Kann man Hildabrötchen ohne Ei backen?
Ja. Das Ei durch zwei bis drei Esslöffel kalte Milch oder Sahne ersetzen. Der Teig wird etwas weniger fest, lässt sich nach dem Kühlen aber genauso gut ausrollen.




