Passierte Tomaten selber machen: die Methode, der Aufwand, die Alternative
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Selbst gemachte Passata aus reifen Sommertomaten gehört zu den Dingen, die man einmal im Leben gemacht haben sollte — schon um zu verstehen, was in einer guten Flasche steckt. Hier ist das Verfahren, wie es süditalienische Familien jeden August praktizieren, die Variante ohne Spezialgerät und die ehrliche Antwort auf die Frage, wann sich das Ganze lohnt.
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Das klassische Verfahren (mit Flotte Lotte)
Für ca. 1,5 Liter Passata: 2,5 kg reife Flaschentomaten (San Marzano, Roma).
- Waschen und vierteln. Strunk und schadhafte Stellen entfernen.
- Kurz kochen: Die Tomaten ohne Wasser in einen großen Topf, 10–15 Minuten bei mittlerer Hitze, bis sie zusammenfallen. Sie kochen im eigenen Saft.
- Abtropfen lassen: 30 Minuten in einem feinen Sieb — der häufigste Fehler ist wässrige Passata, und dieser Schritt verhindert ihn.
- Passieren: Durch die Flotte Lotte (mittlere Scheibe) drehen. Schalen und Kerne bleiben zurück, das samtige Fruchtfleisch geht durch.
- Abfüllen: Heiß in sterilisierte Flaschen, sofort verschließen. Für echte Vorratshaltung anschließend 35 Minuten im Wasserbad einkochen — die Sicherheitsregeln stehen im Beitrag Tomaten einkochen.
Ohne Flotte Lotte
Mit Sieb und Kelle: Die gekochten Tomaten portionsweise durch ein grobes Sieb streichen — funktioniert, dauert, trainiert den Unterarm.
Mit Stabmixer plus Sieb: Erst grob mixen, dann durchs Sieb. Schneller, aber: Der Mixer zerkleinert auch Kerne (leicht bitter) und schlägt Luft ein (hellere Farbe). Für den Hausgebrauch völlig in Ordnung.
Schälmethode: Tomaten blanchieren, häuten, entkernen, dann mixen — kein Sieb nötig, dafür mehr Handarbeit vorn.
Die ehrliche Rechnung
2,5 kg wirklich reife Tomaten (Markt, Hochsommer): 6–10 Euro. Ergebnis: 1,5 Liter, also etwa zwei große Flaschen. Zeitaufwand mit Abfüllen: gut 2 Stunden. Das lohnt sich geschmacklich — wenn die Tomaten stimmen. Mit Supermarkt-Tomaten außerhalb der Saison lohnt es sich nie: mehr Geld, mehr Zeit, weniger Geschmack als eine gute gekaufte Flasche, deren Tomaten im August reif geerntet wurden.
Und noch eine Ebene ehrlicher: Passata ist erst der Rohstoff — danach steht das eigentliche Kochen ja noch aus. Wer am Ende einfach nur hervorragende Pasta will, überspringt beide Schritte mit einem fertig eingekochten Sugo: Unser Sugo Cilentano ist Passata aus reifen süditalienischen Tomaten, die bereits mit nativem Olivenöl extra langsam zu Ende gekocht wurde. Was Passata genau ist und wie sie sich von Polpa und Pelati unterscheidet, erklärt der Passata-Guide.
Häufige Fragen
Muss ich die Tomaten vorher häuten? Nein — das erledigt die Flotte Lotte. Nur bei der Stabmixer-Methode lohnt das Häuten, weil der Mixer die Schalen sonst in die Passata zwingt.
Wie lange hält selbst gemachte Passata? Im Kühlschrank 4 Tage, eingefroren 3 Monate, korrekt im Wasserbad eingekocht 12 Monate dunkel und kühl.
Warum ist meine Passata sauer? Unreife Tomaten — das lässt sich nachträglich nicht reparieren, nur überdecken. Die Tomate entscheidet alles; deshalb gibt es Passata-Tage nur im Hochsommer.
Roh oder gekocht passieren? Kurz gekocht (wie oben) gibt mehr Ausbeute und hält die Farbe. Roh passiert (passata a crudo) schmeckt frischer, muss aber sofort verarbeitet oder eingefroren werden.
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