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Pasta alla siciliana con pomodori secchi, capperi e olive

Sizilianische Pasta mit getrockneten Tomaten: das Originalrezept

Die sizilianische Pasta mit getrockneten Tomaten ist eines jener Gerichte der „cucina povera“, die mit wenigen Zutaten eine ganze Insel erzählen. Spaghetti, getrocknete Tomaten, geröstete Semmelbrösel, Anchovis, Kapern – mehr nicht. Und doch ist der Geschmack gewaltig, salzig und süß zugleich, mit der Knusprigkeit der Brosel, die unter den Zähnen knackt, und der Tomate, die den Mund mit konzentrierter Sonne füllt.

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Es ist das Gericht der sizilianischen Landhäuser, der schnellen Mittagessen, wenn im Garten keine frischen Tomaten mehr wuchsen, aber in der Speisekammer immer ein paar Kilo getrocknete vorhanden waren. Es ist das „Carbonara des Südens“: fünf Zutaten, drei Minuten Kochzeit, jeder liebt es.

In dieser Anleitung findest du die Originalrezeptur mit Mengen und Zeiten, die Geheimnisse für richtig knusprige Semmelbrösel, drei regionale Varianten und die Abkürzung mit fertiger Paté von getrockneten Tomaten.

Die Geschichte des Gerichts

Die Pasta mit getrockneten Tomaten, Anchovis und Semmelbröseln gehört zur sizilianischen Familie der „pasta ca’ muddica“ (Pasta mit Brotkrumen): Die geröstete Brotkrumen entstand als „Parmesan der Armen“, eine Möglichkeit, Gerichten Geschmack und Biss zu verleihen, wenn Käse unerschwinglich war. Getrocknete Tomaten, Anchovis und Kapern waren stets als Vorräte verfügbar: ein Fastengericht für Freitage, ein Alltagsgericht für Tage, an denen nichts anderes im Haus war.

Heute ist es ein traditionelles Gericht, das von Küchenchefs und Trattorien wiederentdeckt wurde – auch außerhalb Siziliens beliebt, weil es alles vereint, was in der Küche funktioniert: konzentrierte Aromen, einfache Techniken, kurze Garzeit.

Sizilianische Pasta mit getrockneten Tomaten: das Rezept

Zubereitungszeit: 5 Minuten · Kochzeit: 12 Minuten · Für: 4 Personen

Zutaten

  • 400 g Spaghetti oder Linguine
  • 100 g getrocknete Tomaten (natürlich eingeweicht oder abgetropft unter Öl)
  • 6 qualitativ hochwertige Anchovisfilets unter Öl
  • 2 EL Kapern unter Salz (entsalzt) oder unter Essig
  • 100 g altbackenes Brot (oder 6 EL Semmelbrösel)
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 frische Peperoncino oder Chiliflocken
  • 1 Bund Petersilie
  • 6 EL natives Olivenöl extra

Zubereitung

  1. Semmelbrösel vorbereiten. Beginnst du mit altback brot, zerkleinere es grob im Mixer. In einer beschichteten Pfanne die Semmelbrösel 3–4 Minuten bei mittlerer Hitze trocken rösten, dabei ständig rühren, bis sie goldbraun und duftend sind. In eine Schüssel geben, 2 EL Olivenöl unterrühren (die Brösel „saugen“ das Öl auf und werden aromatischer). Beiseitestellen.
  2. Tomaten vorbereiten. Die getrockneten Tomaten in feine Streifen schneiden. Natürliche Tomaten vorher 20 Minuten in heißem Wasser einweichen. Unter-Öl-Tomaten abtropfen und tupfen.
  3. Kapern entsalzen. Unter fließendem Wasser 30 Sekunden spülen (gesalzene 10 Minuten einweichen).
  4. Pasta kochen. Reichlich Wasser zum Kochen bringen, nur leicht salzen (Tomaten, Anchovis und Kapern sind bereits salzig) und die Spaghetti hineingeben.
  5. Sauce vorbereiten. Während die Pasta kocht, in einer großen Pfanne 4 EL Olivenöl mit den Knoblauchscheiben und dem Peperoncino 1 Minute bei mittlerer Hitze erhitzen. Anchovisfilets hinzufügen und unter Rühren mit einem Holzlöffel zergehen lassen (30 Sekunden). Kapern und Tomatenstreifen beigeben, 2 Minuten bei mittlerer bis niedriger Hitze garen.
  6. Mantecare. Die Spaghetti bissfest abgießen, dabei etwas Kochwasser auffangen. In die Pfanne geben, etwas Kochwasser zugeben und 1 Minute bei mittlerer Hitze kräftig schwenken.
  7. Anrichten. Auf Tellern verteilen, mit einer großzügigen Handvoll gerösteter Semmelbrösel bestreuen, gehackte Petersilie darüber, einen Schuss rohes Olivenöl.

Die Geheimnisse des Rezepts

Frische Semmelbrösel. Nimm echten altback brot, keinen Industrie-Paniermehl. Qualitätsbrot grob zerkleinert liefert eine unregelmäßige Textur mit kleinen und größeren Krümeln – das ergibt die differenzierte Knusprigkeit, die einheitliche Brösel nie erreichen.

Anchovis müssen zergehen. Man soll sie nicht als ganze Stücke im Teller finden. Mit dem Holzlöffel im heißen Öl zerdrücken, bis sie vollständig verschwinden und eine brazbraune, aromatische Basis werden. Dieser verbreitete Anchovis-Geschmack macht das Gericht „sizilianisch“.

Wenig Salz im Pasta-Wasser. Entscheidend. Tomaten + Anchovis + Kapern sind bereits sehr salzig. Normal salzen und das Gericht wird ungenießbar. Halbe Menge, manchmal gar kein Salz.

Semmelbrösel erst zum Schluss. Erst beim Servieren darüberstreuen, damit sie knusprig bleiben. Unterrühren und sie saugen Wasser auf – wird zur „Polenta“. Der richtige Effekt ist der Schneefall: weiß-gold auf der roten Pasta.

Nie Käse. Diese Pasta verlangt keinen Parmigiano oder Pecorino. Die Semmelbrösel übernehmen die „Käse-Rolle“. Käse überdeckt die Aromen und entstellt das Gericht.

Regionale Varianten

Sizilianische Pasta ohne Anchovis (di magro)

Für Anchovis-Muffel oder eine vegetarische Version. Anchovis weglassen, Kapernmenge verdoppeln und eine Handvoll entsteinerter schwarzer Oliven hinzufügen. Das Aroma bleibt intensiv, wenn auch leicht anders.

Palermitanische Pasta mit getrockneten Tomaten

Variante mit Sardellen oder frischem Fisch. 4–5 entgrätete frische Sardellen (oder 100 g Schwertfischwürfel) mit den Tomaten in die Pfanne geben. Eine Prise Safran im Pasta-Wasser (wie bei der Original-Sardellenpasta) verleiht ein intensives Gelb.

Trapanesische Pasta mit getrockneten Tomaten

Rohvariante mit Mandelpesto. Im Mixer: 50 g geröstete Mandeln + 50 g getrocknete Tomaten + Basilikum + Knoblauch + Olivenöl EVO. Die heiße Pasta mit dem rohen Pesto mischen, geröstete Semmelbrösel separat darüber. Sommerlich, frisch, ohne Pfanne.

Mit getrockneten Tomaten und Wildfenchel

Bergvariante. Ein Büschel Wildfenchel (oder Kulturfenchelblätter) roh über die angerichtete Pasta geben. Das anisartige Aroma harmoniert spektakulär mit den getrockneten Tomaten.

Serviervorschlag

Das Gericht wird richtig heiß serviert, niemals lauwarm. Die Semmelbrösel halten nicht lange: musst du warten, bringe zuerst die Pasta und streue die Brösel erst in letzter Sekunde darüber.

Wer den Aufwand nicht hat: Bei uns kannst du fertigen italienischen Tomatensugo kaufen — im Cilento gekocht, in kleinen Chargen, ohne Konservierungsstoffe.

Dazu passt ein frischer sizilianischer Weißwein (Grillo, Catarratto, Inzolia) oder ein leichter, trinkfreudiger Rotwein (Frappato, junger Nero d’Avola). Zu strukturierte Weine vertragen sich nicht mit der Salzigkeit des Gerichts.

Die Abkürzung: sizilianische Pasta in 10 Minuten

Mit Minnelea Paté von getrockneten Tomaten in der Speisekammer entfällt Einweichen/Schneiden der Tomaten. Das Paté ist Konzentrat aus cilentanischen Sonnentomaten + Olivenöl EVO + Knoblauch + Basilikum – praktisch halb fertige Sauce.

Schnellzubereitung (2 Personen):

  1. Semmelbrösel trocken in der Pfanne rösten + Schuss Olivenöl EVO, beiseitestellen.
  2. In der Pfanne: 1 EL Öl + Knoblauch + Peperoncino + 3 Anchovis (zerlassen) + entsalzene Kapern.
  3. 3–4 EL Paté von getrockneten Tomaten + 2 EL Pasta-Kochwasser zugeben.
  4. Spaghetti al dente, Kochwasser, 1 Minute mantecare.
  5. Mit knusprigen Semmelbröseln, Petersilie, rohem Öl anrichten.

Gesamtzeit: 10 Minuten inklusive Pasta-Kochzeit.

Warum Minnelea-Paté in diesem Rezept funktioniert

Das Paté enthält bereits die Aromen, die das sizilianische Gericht vervollständigen: frischer Knoblauch und Basilikum. Die Tomaten stammen aus Cilento, sonnengetrocknet (gleiche Philosophie wie sizianische). Olivenöl EVO aus unseren Hainen. Keine Konservierungsstoffe, Vakuumgaren bei 55 °C. Great Taste Award 2025, WineHunter Award Gold.

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Häufige Fragen

Kurze Pasta statt Spaghetti?

Geht, Tradition verlangt nach langen Nudeln (Spaghetti, Linguine, Bucatini). Kurze Formen wie Penne oder Rigatoni funktionieren, weil sie die Semmelbrösel in ihren Rillen einfangen.

Anchovis weglassen?

Sie sind das salzige Herz des Rezepts. Wer sie absolut nicht mag, ersetzt durch 2 TL Anchovis-Sauce oder 1 TL Anchovis-Paste. Der Geschmack bleibt ähnlich.

Warum kein Käse?

Weil das Original keine Käse vorsieht: die Semmelbrösel übernehmen die rolle. Parmesan ist nicht „falsch“, aber er verändert den Charakter.

Semmelbrösel vorbereiten?

Ja, im luftdichten Glas 2–3 Tage haltbar. Vor Gebrauch 1 Minute in der Pfanne erhitzen, um die Knusprigkeit zurückzuholen.

Was kostet das Rezept?

Weniger als 2 € pro Portion – echte cucina povera. Alle Zutaten (altback brot, Anchovis, Kapern, getrocknete Tomaten) sind Vorratskammer-Material.

Kaloriengehalt?

Eine Portion liefert etwa 500–550 kcal, mit einem guten Anteil „guter“ Fette aus Olivenöl EVO und Anchovis.

Weitere Tradition-Rezepte findest du in der Sammlung Pasta mit getrockneten Tomaten in 8 Varianten und im umfassenden Leitfaden für getrocknete Tomaten.

Mehr aus unserer Produktion findest du in der Übersicht italienische Feinkost — direkt vom Erzeuger aus dem Cilento.

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